Das Schützenregiment setzt sich zusammen aus dem Schützenkönig, dem Gesamtvorstand und den Korps, diese teilen sich in Züge auf.

( § 31 der Satzung des Bürger-Schützen-Verein Wevelinghoven 1924 e.V. )

Das Grenadiercorps

Die Bezeichnung „Grenadier“ stammt aus dem 17. Jahrhundert. Die Aufgabe der Grenadiere war, Breschen in die feindlichen Linien zu schlagen. Dazu brauchte man besonders groß gewachsene Männer, die mit Pulver gefüllte Kugeln aus Gusseisen oder Glas, die so genannten Grenade, möglichst weit und genau werfen konnten. Die Bezeichnung Grenadier hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Die Grenadiere des BSV haben zu den Schützenfesttagen immer bürgerliche Festtagskleidung getragen. Meist war das der Gehrock, Cut o.ä, immer in schwarz. Dazu gehörte der Zylinder. Heute ist neben der einheitlichen weißen Festhose der Frack allgemein üblich. Als Bürgerschütze trägt der Grenadier ein Holzgewehr mit einem Blumenschmuck. Den Offizier erkennt man an seiner blauen Uniform mit Zweispitz und Federbusch. Aus organisatorischen Gründen gehören zum Grenadiercorps Wevelinghoven noch die Vorreiter, der Sappeurzug, das Tambourcorps, die Edelknaben, der Artilleriezug und der Reiterverein.

Die Vorreiter
Seit Gründung des Bürger-Schützen-Vereins ist es üblich, dass Vorreiter dem Regiment voran ritten; dies wohl unregelmäßig und auch in wechselnden Uniformierungen. 1983 gründeten sich dann die Vorreiter in ihrer heutigen Zusammensetzung: mindestens 2 Reiter in Kürassieruniform flankieren einen Standartenreiter in Frack und Zylinder, der die 1984 geweihte Regimentsstandarte mitführt. Die Vorreiter gelten als der kleinste Zug des Regimentes, bilden aber durch ihr imposantes Auftreten ein Glanzlicht des Festzuges.

Die Sappeure
Sappeure marschieren bei den Festumzügen stets an der Spitze des Regimentes, heute aus Tradition, früher aus militärischer Notwendigkeit. Sappeure, auch Mineure oder Pioniere, wurden in vergangener Zeit jene Soldaten genannt, welche die „Sappen“, Lauf- und Verbindungsgräben für befestigte Stellungen, anlegten. Ferner waren sie zuständig für den Lager- und Biwakbau, das Fällen von Bäumen, die Beseitigung von Hindernissen uvm., schlichtweg: sie machten den Weg frei. Daher die Position an der Spitze der Truppe. Hierbei tragen sie ihr Spezialgerät, eine langstielige Zimmermannsaxt, oft auch ein Säge, bei sich. Erkennbar waren sie schon von weitem an ihrem rot-weißen Federschmuck, dem „Pützer“, früher aus Büffelhaar, heute aus Kunstfaser hergestellt. Die Chargierten tragen die „Bärenmütze“, für die heute ebenfalls Imitat verwendet wird. An dieser - dem Tschako – ist links der rote Flügel angebracht, vorne das Zeichen der Sappeure (2 gekreuzte Äxte) sowie die weiße Fangschnur. Die Farbe des Uniformrocks der Sappeure ist blau, hierauf wird ein weißes Koppel getragen, die Hose ist weiß; zum Schutz der Uniform dient eine Schürze aus weißem Leder. Die Axt ist heute ein ungefährliches Instrument aus verchromtem Weißblech.

Das Tambourcorps „Frisch Voran“ Wevelinghoven 1927 e.V.
Der Ursprung des Tambourcorps geht auf das Gründungsjahr des BSV zurück – 1924 erfolgte die Gründung als Marinespielmannszug des katholischen Junggesellenvereins. Schon 1927 erfolgte die Umbenennung in Tambourcorps „Frisch Voran“ mit den grünen Uniformen, denen das Corps für viele Jahrzehnte treu blieb. In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Wevelinghoven noch drei weitere Tambourcorps: Das Feuerwehrtambourcorps, das Tambourcorps „Erftstolz“ und das Tambourcorps „Blüh´ auf“. Unmittelbar vor dem Krieg stellte das Tambourcorps „Frisch voran“ 1939 den Spielbetrieb ein. Nach dem Krieg erfolgte 1946 der Neuanfang, wobei die Reste der drei anderen Corps mit aufgenommen wurden. Der erste Auftritt fand beim Abholen der alten Kirchenglocken am Bahnhof Kapellen – Wevelinghoven statt. Sie waren im Kriege zur Einschmelzung abtransportiert worden, überstanden die Kriegswirren aber unbeschadet. Das erste Schützenfest folgte 1949. Im Jahre 1981 entschloss man sich, das Auftreten des Corps zu erneuern: Die grünen Uniformen wurden durch graue ersetzt, die das Corps bis zum heutigen Tage trägt. Das Tambourcorps ist über das Grenadiercorps dem Bürger-Schützen-Verein angeschlossen und bringt sich dort tatkräftig ein, was die Anzahl der Vertreter im Vorstand und die Schützenkönige aus den Reihen des Tambourcorps beweisen. Zu erwähnen ist auch die rege Jugendarbeit des Corps, die viele junge Menschen in die Gemeinschaft der Schützen eingeführt hat. Das Tambourcorps ist heute die größte Zugformation im Bürger-Schützen-Verein.

Marianische Schützenbruderschaft
Die Marianische Schützenbruderschaft zu Wevelinghoven ist die nachweislich älteste Gemeinschaft in unserem Regiment. Die Entstehung ist auf das Jahr 1509 datiert. Traditionell marschiert die Marianische Bruderschaft als erster Zug im Grenadiercorps hinter der Grenadierfahne. Zur Zeit ruht der Zug.

Die Artillerie
1970 gründeten 7 Wevelinghover einen neuen Artilleriezug, nachdem einige Jahre zuvor der erste Artilleriezug, der sich nach dem zweiten Weltkrieg gegründet hatte, das Artilleriewesen aufgab und als Scheibenschützenzug „Alte Artillerie“ in der Schützengemeinschaft mitwirkte. In den ersten Jahren wurde bei befreundeten Nachbarvereinen eine Kanone ausgeliehen; im dritten Jahr der Teilnahme am Schützenfest war dann der Eigenbau fertig. So konnte zum Schützenfest 1972 vom amtierenden Königspaar Roman und Loni Streck die Kanone auf den traditionsreichen Namen „General Blücher“ getauft werden und ist seitdem Blickfang und Abschluss des Festzuges. Als Namensgeber stand natürlich der damalige Regimentschef Adam Schilden, genannt „Blücher“, Pate. In den Folgejahren wuchs der Zug kontinuierlich, so dass der Kanone auch eine berittene Einheit mit der Standarte voran ritt. Neben der Reiterei begeistert natürlich die Schiesstechnik so manchen Schützen. Die Kanone wird alle 5 Jahre vom Eichamt Köln auf die technischen Anforderungen überprüft. Der Schießbetrieb läuft unter Aufsicht von ausgebildeten Schießmeistern. Im Jahre 2001 erfolgte ein Umbau der Schussvorrichtung und Austausch der Kartuschen. Die neue Edelstahlausführung der Schusseinheit und der Kartuschen begeisterte die Prüfer des Eichamtes. Neben dem Einschießen des Schützenfestes am Kirmessamstag um 12.00 Uhr begleitet das Böllern der Artillerie den Schützen durch das Schützenfest – von den Ehrenschüssen bei der Kranzniederlegung zu den Klängen von „Ich hatt einen Kameraden“ bis zur Nationalhymne beim großen Zapfenstreich am Dienstag. Besondere Bedeutung für das gesellschaftliche Leben hat die Krönung des Artilleriekönigspaares auf dem traditionellen Barbarafest im Dezember, benannt nach der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Artilleristen.

Der Reiterverein
Der Reiterverein Wevelinghoven bildet den Schluss des Regimentes und stellt zweifelsohne mit seinen herrlichen Pferden und den Reitern in Parforce – Rücken, weißen Hosen und schwarzen Schaftstiefeln einen würdigen und glanzvollen Abschluss des Schützenzuges dar.

Das Jägercorps

Die Geschichte des Jägercorps beginnt mit der Gründung des Bürger-Schützen-Vereins 1924. Der noch heute existierende Turnverein „Germania“ folgte dem Aufruf der BSV–Gründer und ist schon 1924 als Zug – wenn auch noch in weißer Hose und weißem Hemd – unter dem Namen „Frisch voran“ mitmarschiert. Die Umbenennung in „Jägerzug Germania“ folgte bald. Ebenso waren die Züge „Hubertusschützen“, „Schützenlust“ und „Hermann Löns“ Züge der ersten Stunde.

Ab dem Jahr 1933 spricht man vom „Jägercorps Wevelinghoven“ unter dem ersten Jägermajor Adam („Opa“) Krall. Die Corpsfahne wird 1936 erstmals erwähnt. Die heute übliche Uniform der Jäger und ihrer Corpsführung in Wevelinghoven kristallisierte sich gleich nach dem zweiten Weltkrieg heraus. Der grüne Uniformrock in heutiger Form und Farbe (ein- und zweireihiger Sakkoschnitt) setzte sich im Jägercorps schnell durch, wozu auch die damalige ortsansässige Kleiderfabrik „Gilles“ stark beigetragen hat. Der anderswo übliche geschlossene Waffenrock der Jäger setzte sich in Wevelinghoven nicht durch. In den älteren Schützenvereinen der Umgebung kam gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Brauch auf, ein mit Deckel verschließbares Horn (ursprünglich war dies für Pulver gedacht) mit trinkbarem Inhalt auf dem Marsch mitzuführen. Hieraus entwickelte sich dann später das heute übliche Blumenhorn. Das Tragen des Blumenhorns obliegt dem „Höness“, der eine der anstrengendsten Aufgaben während der Festzüge übernimmt. Doch wird die Mühe gelohnt durch Anerkennung der Zuschauer während der Umzüge und vor allem beim Aufmarsch der Blumenhörner am Rathaus am Schützenfestsonntag.

Auch wenn der Uniformrock in der Vergangenheit Veränderungen unterworfen war, so blieben doch die weiße Festtagshose und das Blumenhorn bis in die heutige Zeit unverändert. Der Hut des Jägers ist mit einer Spielhahnfeder geschmückt, die Hüte der Corpsführung zieren eine Straußenfeder. Das Jägercorps ist heute das stärkste Corps des Regiments.

Das Scheibenschützencorps

Im Jahre 1965 schlossen sich Schützen, die bis dahin den Artilleriezug gebildet hatten, zur Formation „Alte Artillerie“ zusammen und gründeten den ersten Scheibenschützenzug. Das Beispiel machte Schule; schon ein Jahr später gesellte sich der „Blaue Mondach“ hinzu und 1969 folgten die „Erftjunker“. Aber um ein neues Corps dem Regiment hinzufügen zu können, bedurfte es einer Mindestzahl an Schützen, die erst nach der Aufnahme dreier weiterer Züge, darunter das Fanfarencorps Wevelinghoven, erreicht wurde. Als drittes Corps wurde somit 1970 das Scheibenschützencorps Wevelinghoven unter Major Karl-Heinz Vogel gegründet, das seither fester Bestandteil des Bürgerschützenvereins ist. 1983 führte das Corps erstmals eine Corpsfahne mit. Die nötigen Mittel zur Anschaffung dieser Fahne stellte die Sparkasse Wevelinghoven zur Verfügung. Die Scheibenschützen unterscheiden sich von den anderen Corps durch Verzicht auf jegliche Bewaffnung. Die Uniformierung ist für alle Mitglieder gleich: schwarze Hose, grüne Uniformjacke (in Sakkoform) und Hut mit Gamsbart. Eine enge Marschordnung unterstreicht die Zusammengehörigkeit, so dass man vom Corps als einem großen Zug sprechen kann. Während der Parade präsentieren die Scheibenschützen, die bunte Blumensträuße in der Hand tragen, durch Ziehen des Hutes - ohne Stechschritt. Diese Eigenart führte zur Bezeichnung „Hötchesjonge“. Das „Hötche“ findet sich im Logo der Scheibenschützen wieder und auch das Scheibenschützenlied beginnt mit den Worten: „Ich bin ene Hötchesjong … dropp ben ich stolz“.

Geselligkeit, Kameradschaft und Spaß gehören in das Scheibenschützenjahr; sei es beim Frühschoppen Kirmes-Dienstag in der „Erftruhe“, beim Corpsschießen im Oktober eines jeden Jahres oder bei der zweijährig stattfindenden Karnevalssitzung „Von uns – für uns“ des Scheibenschützencorps.