Der Verein hat den Zweck,
den Heimat- und Gemeinschaftssinn aller Bürger
der ehemaligen Stadt Wevelinghoven zu fördern,
zu festigen und in Wahrung alter Überlieferungen jährlich
ein echt volkstümliches Schützen- und Heimatfest zu feiern.

( § 2 der Satzung des Bürger-Schützen-Verein Wevelinghoven 1924 e.V. )

* Unser amtierendes Schützenkönigspaar - Stefan und Ursel Fücker

 

Und so kommen wir zu unserem diesjährigen Königspaar Stefan I. und seiner charmanten Königin Ursel Fücker, die in diesem Jahr auf ihr Schützen- und Heimatfest verzichten müssen - aber aufgeschoben ist ja bekannter weise nicht aufgehoben: 

Mit dem 164. Schuss sicherte sich Scheibenschützenmajor Stefan Fücker unter dem großem Jubel der zahlreichen anwesenden Schützen und Besucher seine Anwartschaft auf den Titel des Schützenkönigs. Die Krönung am Dienstag des vergangenen Schützenfestes setzen den Schlussstrich unter sein Vorhaben "Königstitel". Der glücklichste Menschen an der Seite von Stefan war natürlich seine Königin Ursel. Aber auch die beiden Kinder Julia und Sven sowie sein Scheibenschützenzug "He Simmer" und das gesamte Scheibenschützencorps - welches in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert, freuten sich mit dem Königspaar auf ein unvergessliches Königsjahr. Doch dann kam alles anders und nun werden 2 Jahre daraus. Wer Stefan Fücker kennt weiß genau - er nimmt es natürlich mit Humor: „Ich habe Jahre gebraucht, um Ursel zu überzeugen, mit mir das Königsamt anzutreten. Ausgerechnet sie muss das Ganze jetzt zwei Jahre mitmachen“.

Der König, der als selbstständiger Unternehmer Busreisen anbietet und eine Fahrschule für alle Kraftfahrzeugklassen betreibt, hat seine Frau Ursel bei einer Busreise in Italien kennen und lieben gelernt - Stefan war natürlich der Busfahrer. Anfang Juli vor 29 Jahren wurde geheiratet.

Während Stefan seinen reichlichen beruflichen und freizeitlichen Verpflichtungen nachgeht, regelt Ursel, die auch im heimischen Unternehmen arbeitet, die kleinen und großen Geschäfte des täglichen Lebens und sorgt dafür, dass das „Familienunternehmen“ bestens floriert. Als gelernte Krankenschwester gibt Ursel erste Hilfe Kurse in Schulen und unterstützt in Ihrer freien Zeit die Aktivitäten der Wevelinghovener Edelknaben - auch wenn Sohn Sven längst dem Edelknabenalter entwachsen ist.

Mit den Edelknaben wird nach den Sommerferien ein gemeinsamer Ausflug geplant - zu dem das Königspaar eingeladen hat. Auch die "kleinen Schützen" müssen ja in diesem Jahr auf Ihre Aktivitäten sowie die Ermittlung Ihres Königs verzichten. "Natürlich sind wir traurig, dass unser Schützenfest in diesem Jahr ausfällt" - so Schützenkönigin Ursel. König Stefan kommentiert weiter: "Um so mehr freuen wir uns aber auf das nächste Jahr und dann wird noch doller gefeiert." 

Man merkt - sie können es kaum erwarten, dass am 21. August 2021 um 12.00 Uhr der Donner der Kanone "General-Blücher" verkündet - "Wir dürfen wieder unser heiß geliebtes Schützen- und Heimatfest in der Gartenstadt Wevelinghoven feiern." 

* SPENDE _LUT _EIM R_TEN KREUZ!

Sie sehen richtig – hier fehlt etwas sehr Wichtiges: das A, das B und das O.
Genau darum dreht sich die weltweite Aufmerksamkeitskampagne der Rotkreuz-Blutspendedienste 2018: Unter dem Titel #missingtype - erst wenn‘s fehlt, fällt‘s auf! machen die Rotkreuz-Blutspendedienste und zahlreiche Unternehmen in Deutschland mittels der fehlenden Buchstaben auf die Folgen fehlender Blutspenden aufmerksam.

Die kontinuierliche Sicherstellung der Versorgung mit überlebenswichtigen Blutpräparaten wird zu einer immer größeren Herausforderung:
Bundesweit werden täglich 15.000 Blutspenden benötigt, in Bayern sind es 2.000 benötigte Blutspenden jeden Tag. Gleichzeitig scheiden jedes Jahr deutschlandweit rund 100.000 aktive Blutspender aus, durch das Erreichen der Altersbegrenzung oder einer Krankheit.

Was passiert nun, wenn Blut der Blutgruppen A, B, AB und 0 nicht zur Verfügung steht?
Es entsteht eine folgenschwere Situation für die Kliniken, denn die Patienten könnten nicht mehr versorgt werden.

Mit #missingtype soll gegengesteuert werden: Wir spenden unsere As, Bs und Os.

So lädt am Sonntag, dem 16. August 2020 in der Zeit von 8.30 bis 13.00 Uhr das Deutsche Rote Kreuz zur nächsten Blutspende in die Diedrich-Uhlhorn-Realschule am Heyerweg 12 ein.

Weitere Informationen erhält man auch im Internet unter www.blutspendedienst-west.de oder beim DRK Ortsverein Wevelinghoven e.V.

Quelle: Text & Bild: DRK-Blutspendedienst West

 

* 50 Jahre - Scheibenschützencorps 1970 Wevelinghoven

Im Jahre 1965 schlossen sich die Schützen, die bisher der "Artillerie" angehörten, zur Formation "Alte Artillerie" zusammen und gründeten den ersten Scheibenschützenzug. Das Beispiel machte Schule. Schon ein Jahr später gesellte sich der "Blaue Mondach" dazu und 1969 folgten die "Erftjunker". Aber um ein neues Corps zu gründen, gehört eine gewisse Zahl von Mitgliedern dazu. Erst durch die Teilnahme des "Fanfarencorps", der "Gartenstädter" und von "Waidmannsheil" wurde dieses Soll erfüllt. Als drittes Corps im Wevelinghovener Regiment wurde 1970 das Scheibenschützencorps gegründet. Die Markenzeichen der Scheibenschützen sind ihre schwarzen Hosen, ihr Verzicht auf jegliche Bewaffnung sowie das Hutziehen bei der Parade. Als besondere Ehrerbietung vor dem König ziehen sämtliche Scheibenschützen bei der Parade auf ein Zeichen hin gleichzeitig den Hut. Diese Eigenart führte zur Bezeichnung „Hötchesjonge“. Das “Hötche“ findet sich im Logo der Scheibenschützen wieder und auch das Scheibenschützenlied beginnt mit den Worten:“ Ich bin ene Hötchesjong…drop ben ich stolz“.

Geselligkeit, Abwechslung und Spaß gehören in den Ablauf des Schützenjahres. Ein Highlight im Programm des Scheibenschützencorps ist der Frühschoppen am Schützenfest-Dienstag, an dem man sich mit „Kind und Kegel“ auf dem Gelände der "Erftruhe" trifft. Im Herbst werden beim Corpsschießen die besten Schützen und der Corpskönig ermittelt. Außerhalb der Schützensaison wird die alle zwei Jahre stattfindende Karnevalssitzung mit dem Motto „Von uns - für uns“ begeistert gefeiert. 

Das goldene Jubiläum sollte standesgemäß gefeiert werden. Die ersten Planungen wurden bereits Ende 2018 gestartet. Location, Konzept und sowie das dazugehörige Catering und Rahmenprogramm wurden Anfang 2020 festgezurrt. Nicht planbar aber gewollt war, dass Major Stefan Fücker gemeinsam mit seiner Gattin Ursel auch im Jubiläumsjahr die Würde des amtierenden Schützenkönigs trägt. Das hat schließlich ebenfalls Tradition. Zur Gründung 1970 mit Horst und Irene Wassen (1969/70) und mit Ferdi und Elsbeth Koschut (1970/71), zum Silberjubiläum mit Helmut und Ingrid Hauser (1994/95) und zum 40-jährigen Jubiläum mit Markus und Verena Odenthal kam der Schützenkönig aus den Reihen des Scheibenschützencorps.

Dass eine weltweite Pandemie alle Planungen und Feiern zunichtemacht, hätte wohl keiner gedacht und macht das Scheibenschützencorps aber auch den gesamten Bürger-Schützen-Verein Wevelinghoven umso trauriger.

Doch Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben. Das Scheibenschützencorps hat seine Jubiläumsfeier um ein Jahr verlegt, so dass dieser Anlass gebührend und in hoffentlich bekannter Atmosphäre gefeiert werden kann. Wir drücken alle die Daumen, dass es nächstes Jahr so möglich ist.

 

* Trotz Pandemie das Brauchtum im Blick - Der BSV Wevelinghoven macht das Beste aus der aktuellen Lage

„Historisch betrachtet ist es nicht das erste Mal, dass unser geliebtes Heimatfest aufgrund höherer Gewalt ausfallen muss: Im Juli des Jahres 1939 waren schon alle Vorbereitungen für das große Volks- und Heimatfest getroffen, welches ab dem 16. September stattfinden sollte, als der Ausbruch des 2. Weltkrieges am 1. September 1939 diese Pläne zu- nichte machte“, so Präsident Günter Piel. Damals konnte erstmals seit der Gründung des Bürger-Schützen-Vereins im Jahr 1924 nicht gefeiert werden – das erste normale Schützenfest fand erst zehn Jahre später wieder statt.

Nun sorgt nach 71 Jahren die weltweite Corona-Pandemie dafür, dass die Feierlichkeiten, auf die man sich in der Gartenstadt alljährlich freut, nicht stattfinden können. Dies galt bzw. gilt für alle Schützenfeste und Großveranstaltungen in diesem Jahr. „Verglichen mit der oben geschilderten Situation aus den Jahren 1939 bis 1949 ist die heutige Lage zwar nicht schön, jedoch gibt sie uns Mut, positiv nach vorne zu blicken in der Hoffnung, bereits im nächsten Jahr unser Schützen- und Heimatfest wieder feiern zu dürfen“, betont Günter Piel. „Blicken wir also nach vorne und versuchen gemeinsam, durch einen verantwortungsvollen Umgang miteinander die Gefahren einer Ansteckung zu minimieren oder gar zu verhindern.“ Man freut sich, dass durch die Lockerungen der Landesregierung zumindest wieder kleinere Feiern im privaten sowie öffentlichen Bereich möglich sind. Wie andere Vereine es vorab schon getan haben, werden sicherlich auch viele Wevelinghovener Schützen und deren Familien an den vorgesehenen Schützenfesttagen die Möglichkeit des Zusammenseins innerhalb der Zuggemeinschaften nutzen und ein wenig miteinander feiern: „Das soll so sein und ich würde mich freuen, wenn dies unter Beachtung der bestehenden Regeln geschieht, damit wir alle keinen erneuten Lockdown erleben müssen.“ An die Bürger*innen Wevelinghovens richtet der Präsident daher auch den Wunsch, trotz des ausgefallenen Festes ihre Häuser und die Straßen zu schmücken: „Dies soll uns daran erinnern, dass unser Bürger-Schützen-Verein weiter lebt und jetzt bereits jeder an unser nächstes Schützenjahr denkt.“ Bisher haben von insgesamt 71 Schützenzügen 69 ihren Beitrag für dieses Jahr trotz des Ausfalls entrichtet: „Dafür möchte ich allen Zügen ganz herzlich danken. Gemeinsam mit unserem amtierenden Königspaar Stefan und Ursel Fücker freuen wir uns also schon auf ein gutes Jahr 2021, in dem wir dann hoffentlich Corona hinter uns gelassen haben und dann wieder mit den Schützen, den Bürgerinnen und Bürgern der Gartenstadt und unseren Gästen ein prächtiges Schützenfest feiern können.“

Quelle: Stadt Blatt vom 31.07.2020 I FOTO: BSV

 

* 1995 - vor 25 Jahren: Dr. Helmut und Ingrid Hauser

Wollte man das Ehepaar Hauser kurz und knapp charakterisieren, so genügten die Worte: bürgernah, gesellig, kurzum sympathisch. Die Schützen dankten ihnen mit einem großartigen Fackelzug und bauten ihnen 14 Großfackeln, hiervon allein 5 aus dem Scheibenschützencorps. Nichts hat sie in ihrem Regierungsjahr aus der Ruhe gebracht, und so avisierten sie zu einem der sympathischsten Königspaare des Bürger-Schützen-Vereins.

Grund zur Übernahme des höchsten Vereinsamtes für Helmut Hauser war das Silberjubiläum seiner Scheibenschützen, deren Major er seit 1991 war.

Helmut ist Ur-Gartenstädter, und die meisten Einwohner kannte er zu dem damaligen Zeitpunkt persönlich, auch eine Folge seines Berufes als Zahnarzt in seiner Heimatstadt. 

Die Chronik unseres Bürger-Schützen-Vereins vermerkt zu dem Schützenfestsonntag im Jahre 1995:

„Das Königspaar Dr. Helmut und Ingrid Hauser erlebte während der Festtage, wie vor ihnen schon viele Königspaare, die Begeisterung der Wevelinghovener Schützen und Bürger. König Helmut, der es immer hervorragend verstanden hatte, freundschaftliche Bande zu allen Wevelinghovenern zu knüpfen, und Königin Ingrid mit damenhafter Eleganz waren ein würdiger Mittelpunkt dieses Festes.“

 

* 1980 - vor 40 Jahren: Michael I. und Mechtild Flintz

Im Mittelpunkt des festlichen Geschehens und aller Ehrungen stand für 4 Tage im August 1980 das Königspaar Michael I. Flintz mit seiner Ehefrau und Königin Mechthilde.

Der waschechte Wevelinghovener König Michael marschierte bereits bei dem ersten Festzug nach dem zweiten Weltkrieg mit. Seine Schützenheimat fand er im Jägerzug „Alte Kameraden“, dem er bis 2007 angehörte und erst aus Altersgründen ausschied. 1993 wurde er wegen hervorragender Verdienste (vor allem durch seine Kassierertätigkeit im Gesamtvorstand) zum Ehrenmitglied ernannt. 

Michael Flintz war in allen Festzügen ganz vorne zu sehen, denn er trug seit seinem Eintritt in den Bürger-Schützen-Verein die Corpsfahne des Jägercorps. In Anbetracht des Gewichtes der Fahne eine außergewöhnliche Leistung!

Jeder, der die beiden kannte, bestätigt gerne, dass sie ihren Grundsätzen und ihrer Art auch in der Rolle als Königspaar treu geblieben waren: bescheiden und mit zurückhaltendem Taktgefühl hatte dieses Königspaar die Herzen der vielen mit dem Schützenwesen verbundenen Wevelinghovener Bürger gewonnen.

* 1970 - vor 50 Jahren: Horst I. Wassen und Königin Irene

Das ein begeisterungsfähiger Schütze nicht unbedingt in Wevelinghoven wohnen muss, um hier Schützenkönigspaar zu werden, zeigten im Jahre 1969 das Ehepaar Horst und Irene Wassen.

Die beiden gebürtigen Mönchengladbacher wohnten mit ihren beiden Kindern in Düsseldorf-Bilk. Seit Jahren zog es den Baustoffgroßhändler wöchentlich mehrere Male aus den verschiedensten Gründen nach Wevelinghoven. Hauptgrund war wohl der Kegelklub „Blauer Mondach“; mit seinen Kegelbrüdern ging es regelmäßig bereits seit 15 Jahren auf die Kegelbahn in der „Erftruhe“.

Nur wenige in der Stadt kannten also das Königspaar, dass sich aber in kürzester Zeit nach dem Vogelschuss bei zahlreichen Einladungen der internen Zug- und Korpsveranstaltungen während des Schützenjahres bekannt und beliebt machte.  Und so verwunderte es nicht, dass die Festumzüge an den Schützenfesttagen 1970 zu einem Triumph für die beiden wurde, da sie durch ihren Charme und ihre freundlich bescheidene Art im Nu die Herzen aller Wevelinghovener gewinnen konnten.

* 1960 - vor 60 Jahren: Adam II. und Eleonore Schilden

Es wird wohl kaum einen Schützen geben, der noch keine Episoden von und über den kauzigen, aber ungeheuer beliebten Adam Schilden, genannt „Blücher“, gehört hat. 

Den Beinamen verdankte er einem Vortrag über den preußischen Generalfeldmarschall Blücher, der bei Waterloo entscheidend in die Schlacht gegen den französischen Kaiser Napoleon eingriff. In der Weimarer Zeit, als der Knabe Adam Schilden das Real-Progymnasium in Grevenbroich besuchte, hielt er den Vortrag mit einer solchen Hingabe, dass er die Mitschüler sehr beeindruckte. Fortan wurde er nur noch als „Blücher“ angesprochen.

1933 trat er dem Bürger-Schützen-Verein bei, war gleich Hauptmann des Jägerzugs „Alte Kameraden“, etwas später bereits als „Blücheraner“ apostrophiert. Er avancierte dann über Jägermajor bzw. Jägeroberst im Jahre 1965 zum Regimentschef als Nachfolger des plötzlich verstorbenen, von ihm verehrten Regimentsoberst Dr. Karl-Friedrich Kottmann. Viermal einstimmig oder mit überwältigender Mehrheit erfolgte Wiederwahlen in diesem hohen Ehrenamt durch die Schützen demonstrieren eindrucksvoll Blüchers Beliebtheit. Die nach ihm benannte Kanone des Artilleriecorps erinnert uns jährlich durch das samstägliche Einschießen des Schützenfestes an diesen großen, glühenden Verfechter des Schützengedankens. 

Sehr groß war die Betroffenheit in der Gartenstadt, als er erst 64-jährig am 8. Oktober 1980 durch einen Herzschlag plötzlich und unerwartet starb.

* 1950 - vor 70 Jahren: Hubert I. Bierbaum und Irmgard Gehlen

Durch die unerwartete Rückgabe der Königskette des erfolgreichen Schützen Dr. Kamper an den Präsidenten Dr. Willi Pütz stand der Bürger-Schützen-Verein im Jahre 1949 urplötzlich ohne eine Majestät da und dies zum 1. Fest nach dem grausigen Weltkrieg!

Da erklärte sich der damalige Stadtdirektor Hubert Bierbaum bereit, die Königswürde zu übernehmen. Da er Junggeselle war, wurde die Tochter Irmgard seines Freundes und Bürgermeisters Friedrich Gehlen seine Königin.

Bierbaum war kein Unbekannter; bereits seit 1933 war er bei der Stadt als Beamter tätig, 1949 wurde er in das Amt des Stadtdirektors berufen, welches er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1963 mit viel Umsicht und Geschick ausübte.

In den Vorstand des Schützenvereines war er bereits 1938 als 2. Schriftführer gewählt worden; diese Tätigkeit endete mit dem Beginn des Krieges. 1951 kehrte er als Beisitzer in den Vorstand zurück, mit seiner Pensionierung schied er aus dem Vorstand aus.

Zum Bürgerschützenfest 1950 lagen bei der zweiten Generalversammlung am 19.August 1950 bereits 26 Zuganmeldungen vor und weitere Zuganmeldungen waren angekündigt. Dies bedeutete natürlich ein unerwartetes starkes Anwachsen des Schützenregiments. Vorerst jedoch mußte die Regimentsführung komplettiert werden, da beim Schützenfest die Position des Grenadiermajors noch unbesetzt war. Hier wurde einstimmig Hubert Lichtschlag, Metzgermeister, wohnhaft auf der Mühlenstraße, gewählt. So stellte sich dann für das Schützenjahr 1950 die Regimentsführung wie folgt dar: Oberst Willi Drees, Adjutant Franz Vehres, Grenadiermajor Hubert Lichtschlag, Adjutant Leo Jungverdorben, Jägermajor Adolf Krall, Adjutant Kaspar Vehres. 

Gefeiert wurde statt in einem Großzelt damals noch in drei verschiedenen Sälen. Für einige weitere Jahre wurde bis zum Aufstellen eines Großzeltes in den Lokalen und Sälen: Zentral -  Hotel, Haus Kreutz (später „Em Höttche“) sowie Haus Schnorrenberg gefeiert. Da man mit Herrn Schnorrenberg 1949 keine Einigung über die Modalitäten erzielte, sprang 1949 die Erftruhe mit einem Zelt an der Burg ein.

* 1930 - vor 90 Jahren: Franz I. und und Maria Rosellen

Von dem Schützenfeste des Jahres 1930 gibt es nur spärliche Berichte. Bekannt ist, dass Majestät Franz Rosellen in der Römerstraße gegenüber der Mühle Drees wohnte, Lagermeister einer Neußer Speditionsfirma und Mitglied im Tambourkorps „Germania“ war.  

Wir haben jedoch durch eines der wenigen Protokolle der Vorkriegsgeschichte unseres Vereins die Möglichkeit, an dem Vogelschuss von Franz Rosellen teilhaben zu können. Hier der entsprechende Ausschnitt, protokolliert vom damaligen Präsidenten Adam Müller:

„… Diesmal ließ der Abschuss des Königsvogels lange auf sich warten, und die Dämmerung brach bereits herein, als es dem Schützenbruder Franz Rosellen aus der Römerstraße, Mitglied des Tambour-Corps „Germania“ gelang, den inzwischen recht splitterig gewordenen Rest des Vogels herunterzuholen. Der Herr Präsident proklamierte den neuen König als Franz I. und in das Hoch stimmte eine unzählige Menge, die schon lange des Ereignisses geharrt hatte, begeistert ein. Exkönig Adam Müller übergab seinem Nachfolger die Königskette mit dem Wunsche, daß er sie in Ehren tragen möge zu Ehren unseres lieben Schützenvereins, aber auch zu Ehren unserer Vaterstadt.

Wegen des weiten Weges zu seiner Wohnung verzichtete S. M. darauf, mit der Musikkapelle nach Hause geleitet zu werden, da der Saal im Zentralhotel mindestens eine Stunde lang ohne Musik gewesen wäre, was für die Vereinskasse einen großen Ausfall bedeuten musste. So geleitete der gesamte Vorstand und das vorige Königspaar unter Vorantritt des Korps „Germania“ zu seiner Familie und ebenso nachher zu den Tanzsälen. Leider war aber der Saal von Schnorrenberg derart überfüllt, daß es nicht möglich war, dem neuen Königspaar und seinem großen Gefolge Platz zu verschaffen. Nachdem dem Paare auf das Herzlichste gehuldigt worden war, besuchten die Herrschaften die übrigen Säle und überall war die Begeisterung groß.“…

Wie bekannt ist, wurde noch nicht in einem großen Festzelt gemeinsam gefeiert, sondern verteilt in allen großen Sälen der Stadt. In erster Linie waren dies der Saal Schnorrenberg in der Mühlenstraße, Saal Colvenbach in der Hindenburgstraße (bekannt als „Em Höttche“ auf der Poststraße) sowie im wichtigsten Saale der Stadt, im Saale des Zentralhotels auf der Oberstraße. 

* Geschichte und Geschichten aus dem Archiv des Bürger-Schützen-Vereins

Leider können wir aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Covid-19 -Infektionsgefahr unser heiß geliebtes Schützen- und Heimatfest 2020 nicht feiern. In der aktuellen Situation mit den Einschränkungen und Hygienevorschriften in unserem täglichen Leben genießt der Gesundheitsschutz absolute Priorität. Das hindert uns aber nicht einen Blick in unser Archiv zu werfen und zu schauen - wie vergangene Heimatfeste gefeiert wurden - schauen sie doch in den kommenden Tagen und Wochen vorbei und lesen sie aus der vergangenen sowie der aktuellen Vereinshistorie:

Da ist zunächst das Buch des damaligen Präsidenten Jakob Esser, der die Entstehungsjahre des Vereines hautnah als junger Mann miterlebte. Zum anderen war sein Vater einer der Gründungsväter, Präsident und späterer Ehrenpräsident des Bürger-Schützen-Vereins, der durch seine Neusser Schützenerfahrung maßgeblich die Struktur des Regimentes prägte. Das Buch trägt den Titel „50 Jahre Bürgerschützenverein Wevelinghoven – Festschrift zu den Jubiläumsfeierlichkeiten vom 20. Juli bis 20. August 1974“ und spiegelt also die ersten 50 Jahre seit der Gründung im Jahre 1924 wider. (Hiervon sind noch Exemplare im Besitz des BSV, diese können käuflich erworben werden können).

Das zweite Buch wurde 25 Jahre später wiederum von einem Präsidenten, nämlich Hilmar Krüll veröffentlicht. Unter dem Titel „1924 – 1999; 75 Jahre Bürger-Schützen-Verein Wevelinghoven e. V. 1924 – Der Verein und die Stadt Wevelinghoven im Wandel der Zeit“ stellte der Autor neben der Vereinshistorie parallel hierzu die Stadtentwicklung dar. Da der „Wievekover Jong“ Hilmar Krüll bis zur kommunalen Neugliederung im Jahre 1974/75 Bürgermeister seiner Stadt war, wurden viele Interna der Stadt durch ihn in seinem Werk für den „Normalbürger“ präsent. Das gleiche gilt natürlich auch für die Schützengeschichte, die auch er seit Kindesbeinen miterlebt hatte.

Daneben wird in Berichten unserer gängigen Tageszeitungen und Zeitschriften für die Rückblicke recherchiert.

An dieser Stelle noch ein Hinweis in eigener Sache: 

Wer alte Bilder aus Wevelinghoven besitzt und diese kurzfristig zum scannen oder fotografieren zur Verfügung stellen möchte kann sich gerne an das Archivteam wenden. Das Archiv ist auch an alten nicht mehr verwendeten Orden und Ehrenabzeichen interessiert. Oder haben sie etwas anderes Interessantes aus der Geschichte des BSV oder der Gartenstadt Wevelinghoven? 

Gerade im Hinblick auf das 100-jährige Bestehen des Bürger-Schützen-Vereins im Jahre 2024 ist es interessant solche Kleinode zu sichten und zu dokumentieren. 

Wenden sie sich bitte an Werner Köpp vom Archiv-Team der Bürgerschützen unter archiv@bsv-wevelinghoven.info Vorab sagen wir ein herzlichen Dankeschön!