Die Tage bis zum Schützen- und Heimatfest 2019 sind gezählt ...

... Vorfreude ist die schönste Freude. Das gilt auch und in besonderer Weise für das Schützen- und Heimatfest der Gartenstadt Wevelinghoven. Jahr für Jahr freuen sich die gut 900 Schützen sowie die zahlreichen Besucher auf das vorletzte Wochenende im August, wenn ein Highlight dem nächsten folgt:

Angefangen beim Donner der Kanone "General Blücher" am Samstagmittag, über den Fackelzug am Abend und die Festzüge am Sonntag mit Paraden bis zur feierlichen Krönung am Festdienstag. Natürlich wird im Festzelt auf dem Marktplatz auch ausgiebig gefeiert und der Festplatz mit seinen zahlreichen Attraktionen bietet Kurzweil und Zeitvertreib. Es ist also für jeden etwas dabei, wenn die Zeit des Wartens ein Ende hat. 

Doch vorher müssen noch die Uniformen kontrolliert werden, es müssen die Blumen und Blumenhörner bestellt und Regiments- und Zugbefehle verfasst werden. Wo sind die Holzgewehre und wer kümmert sich um die Verpflegung? An die Fackeln wird in den letzten Tagen noch Hand angelegt, die Häuser werden geputzt und die Bürgersteige gesäubert. Die Liste der Besorgungen steigert die Vorfreude um so mehr bei den Schützen und Bewohnern der Gartenstadt auf die kommenden Tage des Frohsinns.   

Im Mittelpunkt des Festes steht das amtierende Königspaar Jens I. und Nicole Brandofsky. Der Königszug, der Jägerzug "Ever Jrön", wird die Residenz in diesem Jahr besonders festlich schmücken und dafür sorgen, dass die beiden Regenten eine unvergessliche Zeit haben werden. 

Der Festsamstag bietet nach dem großen Fackelzug sowie der Ball am Sonntag ein weiteres Highlight: die Coverband „SCHRÖDER“ wird den Schützen und Gästen so richtig einheizen und mit Ihrem großen Repertoire Akzente setzen. Freuen sie schon jetzt auf musikalische Unterhaltung der besonderen Art. 

Um die Vorfreude noch etwas zu steigern folgen in den kommenden Tagen und Wochen weitere Artikel rund um das schönste Fest des Jahres. Wir wünschen schon jetzt viel Spaß und Freude und hoffen wir sehen Sie zum Schützen- und Heimatfest vom 17. bis 20. August 2019 in der Gartenstadt Wevelinghoven. 

* Geschichte und Geschichten aus dem Archiv des Bürger-Schützen-Vereins

Es ist schon seit vielen Jahren Usus, in den vorhandenen Aufzeichnungen zu blättern und nachzulesen, wie unsere (Ur-)Großväter und Väter das Schützenfest zelebrierten. Zur Verfügung stehen uns für die Recherchen zwei dominante Quellen, um unsere Schützengeschichte zu erfassen:

Da ist als erstes das Buch des damaligen Präsidenten Jakob Esser, der zum einen die Entstehungsjahre des Vereines hautnah als junger Mann miterlebte. Zum anderen war sein Vater einer der Gründungsväter, Präsident und späterer Ehrenpräsident des Bürger-Schützen-Verein, der durch seine Neusser Schützenerfahrung maßgeblich die Struktur des Regimentes prägte. Das Buch trägt den Titel „50 Jahre Bürgerschützenverein Wevelinghoven – Festschrift zu den Jubiläumsfeierlichkeiten vom 20. Juli bis 20. August 1974“ und spiegelt also die ersten 50 Jahre seit der Gründung im Jahre 1924 wider. (Hiervon sind noch Exemplare im Besitz des Vereines, die noch käuflich erworben werden können).

Das zweite Buch wurde 25 Jahre später wiederum von einem Präsidenten, nämlich Hilmar Krüll veröffentlicht. Unter dem Titel „1924 – 1999; 75 Jahre Bürger-Schützen-Verein Wevelinghoven e. V. 1924 – Der Verein und die Stadt Wevelinghoven im Wandel der Zeit“ stellte der Autor neben der Vereinshistorie parallel hierzu die Stadtentwicklung dar. Da der „Wievekover Jong“ Hilmar Krüll bis zur kommunalen Neugliederung im Jahre 1974/75 Bürgermeister seiner Stadt war, wurden viele Interna der Stadt durch ihn in seinem Werk für den „Normalbürger“ präsent. Das gleiche gilt natürlich auch für die Schützengeschichte, die auch er seit Kindesbeinen miterlebt hatte.

Daneben wird in Berichten unserer gängigen Tageszeitungen und Zeitschriften für die Rückblicke recherchiert.

* 1959 - vor 60 Jahren: Peter II. und Cäcilie Bienefeld

Um einige Worte zu diesem König zu finden, muss man schon tief ins Archiv tauchen!

Denn der Schützenverein, der sich 1959 noch im zarten Alter von 10 Jahren nach dem verheerenden Krieg im Aufbau befand, bewahrte in dieser Zeit nicht allzu viel archivwürdiges Material auf. Es bleiben nur die bewährten Quellen, die beiden Chroniken der ehemaligen Präsidenten Esser und Krüll, um etwas über die Nachkriegszeit herauszufinden.

Jakob Esser schreibt in einem Satz über König Peter II.:

„Auch in diesem Jahr schien es zunächst nicht leicht zu sein, einen geeigneten Bewerber an die Vogelstange bringen zu können, bis sich dann kurz vor Beginn des Königsvogelschießens ein Mann meldete, der bisher dem Bürger-Schützen-Verein an verantwortlicher Stelle bereits große Dienste erwiesen hatte, unser Vorstandsmitglied und Kassierer Peter Bienefeld, den wir dann am Abend des gleichen Tages mit dem ganzen Regiment zu seinem Domizil auf der Poststraße geleiten konnten, wo er von seiner Gattin Cäcilia, wie auch von seinem betagten Vater, der von der Gründung des Vereins bis wenige Jahre zuvor als aktiver Grenadier im Regiment gedient hatte, freudig empfangen wurde.

Das Schützenfest 1958 nahm bei herrlichem Sonnenschein einen schönen Verlauf und fand in einer ebenso schön verlaufenen Krönung, deren Zeremoniell inzwischen fast zur Routine geworden war, seinen würdigen Abschluss.“

Es ist erstaunlich wenig, das Jakob Esser über einen der wichtigsten Vorstandsmitglieder in diesem Zusammenhang berichtet. Aber auch die Chronik des ehemaligen Präsidenten Hilmar Krüll weiß nicht viel mehr zu berichten, außer:

„Bei der Krönung am Schützenfestdienstag konnte Präsident Esser den neuen König Peter Bienefeld dann auch als einen der treuesten Diener der Schützensache hervorheben. Sein Dank galt aber auch Königin Cilli Bienefeld, die, wie der Präsident hervorhob, ohne Widerstand das häusliche Wohnzimmer ihrem Mann als Schatzmeister zum Arbeitszimmer des Vereins überließ.“

Die Düsseldorfer Nachrichten vom 24. August 1959, damals für die Meldungen von Grevenbroich und Umgebung genauso wichtig wie die NGZ, hat noch eine Info ebenfalls in einem Mammutsatz veröffentlicht:

„Am (Schützenfestsonntag-) Nachmittag war es wie immer: Die Schützenpracht wurde von einer es gutmeinenden Sonne beschienen, und nicht minder die Schaulustigen, die besonders von dem Rathaus tiefgestaffelt die Bürgersteige besetzten und begeistert waren vom Beginn des Festzuges, vom Aufmarsch der Fahnen der Füllhornträger, vom glänzenden Abschluss mit der Parade vor S.M. Peter II. und Königin Cäcilia und nicht minder von den Klängen der starken Musikkorps. 175 Musiker für 300 Schützen, das bieten wir! – sagen stolz die Wevelinghovener.“

* 1969 - vor 50 Jahren: Helmut I. und Margret Hoever

In seiner Laudatio am Königsehrenabend verriet der damalige Präsident Jakob Esser einige Neuigkeiten über den vielen unbekannten, jungen König Helmut, der gebürtiger Neusser war. Obwohl die Familie Hoever nie in der Gartenstadt gewohnt hat, war König Helmut mit dem Schützenwesen vertraut. In seiner Heimatstadt gehörte der König mit dem Gardemaß von 1,93 m acht Jahre lang den Hubertus-Schützen in Neuss-Reuschenberg an. Seit seinem 25. Lebensjahr jedoch zog es ihn nach Wevelinghoven, wo er zum Zeitpunkt seiner Königswürde schon sieben Jahre bei dem Jägerzug „Jungschützen“ mitmarschierte.

König Helmut Hoever ist seit seiner Regierungszeit allen weiteren Königen in lebhafter Präsenz:

Zum Auftakt der Schützenfeierlichkeiten überreichte S.M. Helmut I. dem Schützenverein am Königsehrenabend ein Königszepter als sein persönliches Geschenk. Seit diesem Zeitpunkt wird es Jahr für Jahr an die neue inthronisierte Majestät weitergegeben.

Das Schützenfest, das mit einem verregneten Fackelzug begann, zeigte dann zum Festzug am Sonntagnachmittag sein besseres Gesicht. Der Nachmittag brachte dann den für die Schützen zwar gewohnten, aber immer wieder anstrengenden kilometerlangen Umzug durch die Stadt. Glanzvoller Abschluss war wie jedes Jahr die Königsparade vor dem Rathaus, ein Ereignis, das nicht nur die Einheimischen, sondern auch hunderte Zuschauer aus den Nachbarorten anlockte.